Rohstoffe für das Pferd

Rohstoffe

Gerste

Schon die alten Griechen schätzten Gerste als wichtiges Futtermittel und Energielieferant für ihre Pferde. Gerste enthält etwa 8,7 % Eiweiß und liefert circa 12,8 MJ Energie pro Kilogramm. Durch thermische Behandlung wird die Verdaulichkeit der großen Stärkekörner im Dünndarm erhöht und somit Fehlgärungen im Dickdarm bei richtigen Mengen vermieden. Im Vergleich zum Hafer liefert die Gerste dem Pferd deutlich mehr Energie.

Mais

Mais wurde erst in den letzten Jahrhunderten in Europa eingeführt. Er hat sich aber in kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Futtermittel in der Landwirtschaft entwickelt. Mais besitzt fettreiche Keime und liefert etwa 13,6 MJ Energie je Kilogramm, ist aber gleichzeitig eiweiß- und rohfaserarm. Dieses Getreidefuttermittel sollte nur behandelt (schroten oder wärmebehandeln) eingesetzt werden, um dem Dünndarm des Pferdes die Verdauung der Stärke zu erleichtern).

Schwarzhafer

Hafer ist das beliebteste und am häufigsten eingesetzte Kraftfutter. Seine Stärke besitzt die höchste Dünndarmverdaulichkeit. Mit 12,0 MJ liefert ein Kilogramm Hafer ebenso viel Energie wie Gerste. Sein Eiweißgehalt liegt bei 8,5 %. Es gibt verschiedene Spelzfarben, nämlich Gelb- Weiß- und Schwarzhafer, die Nährstoffe unterscheiden sich aber nicht nennenswert.

Topinambur

Topinambur wird erst seit kurzem in der Pferdefütterung eingesetzt. Die Knollen enthalten enthalten das Kohlenhydrat Inulin, welches die Mikroflora im Darm, insbesondere die Bildung der erwünschten Bifido-Bakterien, begünstigen kann. Inulin hemmt auch die Bildung nachteiliger Substanzen und bindet zum Beispiel Ammoniak, sodass Leber und Nieren entlastet werden. Aus diätetischer Sicht wirkt sich nach neuesten Erkenntnissen Topinambur also positiv auf die Darmflora von Pferden aus, wenn es in geringen Mengen gefüttert wird. 

Haferschälkleie

Haferschälkleie ist ein Nebenerzeugnis, das bei der Verarbeitung von gereinigtem Hafer zu Haferkernen anfällt und überwiegend aus Teilen der Schale und aus Kleie besteht. Es ist energiearm liefert aber gleichzeitig Rohfaser.

Weizen

Weizen ist aufgrund der anderweitigen Verwertung in der humanen Ernährung kein typisches Futtermittel. Aufgrund des hohen Anteils an Klebereiweißen, die Koliken bedingen können, sollte er nur geringe Mengen der Gesamtration ausmachen. Weizen liefert etwa so viel Energie wie Mais, nämlich 13,5 MJ je Kilogramm. Dabei enthält er 8,8 % Eiweiß.

Weizenkleie

Weizenkleie ist ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Weizenmehl für die menschliche Ernährung und besteht überwiegend aus den äußeren Schichten des Getreidekorns. Der Rohfasergehalt liegt zwischen 10 - 15 Prozent, außerdem liegt der Stärkegehalt bei circa 15 Prozent. Es wird von Pferden gerne gefressen, durch die leicht abführende Wirkung wird es häufig als diätetische Komponente eingesetzt, insbesondere in Kombination mit stopfenden Futtermitteln.Weizenkleie sollte nicht in größeren Mengen bzw. als Alleinfuttermittel gefüttert werden, da es zu Störungen im Mineralstoffwechsel kommen kann.

Weizengrießkleie

Es handelt sich dabei um ein Nebenerzeugnis der Herstellung von Mehl, das überwiegend aus Teilen der Schale und aus Kornbestandteilen besteht, die vom Mehlkörper nicht so weitgehend befreit sind wie bei der Weizenkleie. Weizengrießkleie enthält ca. 17 bis 20 % Stärke. Der Rohfasergehalt beträgt bis zu 10 %. In der Pferdefütterung wird es vornehmlich als diätetisch wirkende Komponente verwendet.

Luzerne

Luzerne ist die Königin der Futterpflanze. Mit bis zu 15 % Eiweiß und einer reichhaltigen Mischung an Mineralien und ß-Carotin versorgt sie (Zucht-)Pferde optimal mit wichtigen Nährstoffen. Luzerne enthält bis zu 60 g essentielle Aminosäuren je Kilogramm Futter. Der Rohfaseranteil liegt im getrockneten Zustand bei etwa 25,8 % und regt so, beigemischt ins Krippenfutter, die Kautätigkeit an. Durch den hohen Eiweiß- und Calciumgehalt ist Luzerne außerdem die ideale Ergänzung zu getreidehaltigen Futterrationen.

Sojabohne

Die Sojabohne ist eine wahre Energiebombe. Im frischen Zustand enthält sie 19 % Öl. Nach der Verarbeitung liefert sie als Extraktionsschrot in der Fütterung noch gut 40 % Eiweiß und 14,6 MJ je Kilogramm. Das Besondere an der Sojabohne ist die hohe biologische Wertigkeit der Proteine. Hier findet man in hohen Anteilen wichtige essentielle Aminosäuren wie Methionin oder Zystin sowie die wertvolle Fettsäure Linolsäure. Besonders in der Viehzucht wird diese Zusammensetzung geschätzt.

Sojaextraktionsschrot

Sojaextraktionsschrot ist das Produkt was bei der Ölgewinnung nach dem Pressen der Sojabohne übrig bleibt. Es enthält bis zu 48% Eiweiß und hat insbesondere hohe Gehalte an essentiellen Aminosäuren wie beispielsweise Lysin und Methionin und wird daher vor allem bei wachsenden Pferden und laktierenden Stuten gefüttert.

Sojabohnenschalen

Eine Sojabohnenschale ist die Hülle, die um die Sojabohne liegt. Sie fallen bei der Herstellung von Hochprotein-Sojaschrot an. Sie sind proteinarm, enthalten aber sehr viele Fasern, die Pferde sehr gut verdauen können und die deshalb positive Eigenschaften haben: ausgezeichnete Fermentation im Dickdarm, ein gutes Wasserbindungsvermögen und die Förderung der Darmmobilität.

Zuckerrübenmelasseschnitzel

Zuckerrübenmelasseschnitzel bestehen aus getrocknetem Rübenmark, welches bei der Entzuckerung von Zuckerrüben entsteht. Die Schnitzel enthalten neben Zucker vor allem Pektine, welche die Mikroflora des Dickdarmes schützen und den Wasserhaushalt von Pferden unterstützen.
Melassierte Rübenschnitzel sollten vor Verfütterung immer gründlich mit Wasser eingeweicht werden, da sie stark quellen und sonst Schlundverstopfungen hervorrufen können.

Zuckerrübenmelasse

Zuckerrübenmelasse ist ein Nachprodukt der Zuckerherstellung und wird in der Pferdefütterung zur Aufwertung der Ration in Bezug auf Schmackhaftigkeit und Energieversorgung eingesetzt. Ebenso dient die Melasse zur Staubbindung in Müsli- und Pelletfuttern. Sie enthält etwa 11,0 MJ Energie und 7,5 % Eiweiß. In begrenzten Mengen wirkt sie günstig auf die Verdauungsvorgänge.

Sonnenblumenkerne

Sonnenblumenkerne enthalten viele wichtige Mineralstoffe, wie Eisen und Calcium sowie wichtige Vitamine wie Vitamin E und Vitamin A. So tragen sie zur Gesunderhaltung der Pferde bei. Auch besteht Sonnenblumenöl zu 90 % aus ungesättigten Fettsäuren, die lebensnotwendig für den Organismus sind.

Sonnenblumenextraktionsschrot

Sonnenblumenextraktionsschrot fällt als Nebenprodukt bei der Ölextraktion aus teil-)entschälten Sonnenblumenkernen an. Das Rohprotein weist ein nur mittelmäßiges Aminosäurenmuster auf; insbesondere der Lysingehalt ist gering.
Sonnenblumenextraktionsschrot ist gut verträglich und kann sich positiv auf Darmschleimhaut und Verdauungsvorgänge auswirken.

Leinsamen

Leinsamen haben je nach Sorte eine braune oder gelbe Schale, schmecken leicht nussig und enthalten etwa 40 % Fett (Leinöl).
Das aus der Leinsaat gewonnene Leinöl liefert die essentiellen Fettsäuren Linol- und Linolensäure. Außerdem zeichnen sich Leinsamen durch hohe Gehalte an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E aus. Eine Besonderheit der Leinsamen ist ihr  hoher Anteil an Schleimstoffen, die im Wasser leicht aufquellen. Dadurch können sie Wasser binden, gleichzeitig haben sie aber auch eine schützende Wirkung für die Magen- und Darmschleimhaut und optimieren so die Passage- geschwindigkeit im Darm.

Leinkuchen

Nach der Entfettung von Leinsamen zur Ölgewinnung bleibt der sogenannte Leinkuchen zurück. Er ist proteinhaltig, faserreich und beinhaltet Linolensäure, deshalb findet man Leinkuchen häufig in Fohlen- bzw. Aufzuchtfutter.

Leinextraktionsschrot

Es entsteht bei der Ölgewinnung durch Extraktion bzw. Pressen aus Leinsamen. Leinextraktionsschrot ist proteinreich und relativ faserreich. Das Protein ist gut verdaulich und hat eine diätetische Wirkung. Diese beruht auf dem Gehalt an Schleimstoffen und ungesättigten Fettsäuren. Es wird daher bevorzugt im Fohlen-bzw. Aufzuchtfutter eingesetzt.

Luzernegrünmehl

Luzerne ist eine zu den Leguminosen gehörende Futterpflanze, die sich vor allem durch einen hohen Eiweißgehalt auszeichnet. Positiv ist außerdem der hohe Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und ß-Carotin.          Luzernegrünmehl wird als hochwertige Eiweißkomponente in Pellets und Müslis gerne verwendet und eignet sich insbesondere für die Fütterung von tragenden Stuten und Jungpferden in der Aufzucht. Als ideale Ergänzung zu     Getreiderationen profitieren aber auch Pferde im Muskelaufbau davon.

Bierhefe

Bei der Bierherstellung fällt als Nebenprodukt Bierhefe an. Sie zeichnet sich durch einen hohen Eiweiß- und Vitamin B- Gehalt aus. Eingesetzt wird sie häufig bei länger bestehenden Verdauungsstörungen, bei Schädigungen der Darmflora,   Appetitlosigkeit oder allgemeiner Leistungsschwäche.

Apfeltrester

Apfeltrester entsteht beim Pressen von Apfelsaft. Er ist eiweißarm und relativ rohfaserreich (20-30%) und wird auf Grund des fruchtigen Geschmackes oft in Mischfuttern eingesetzt.

Calciumcarbonat

Calciumcarbonat wird durch Mahlen calciumcarbonathaltiger Stoffe wie Kalkstein, Austern- oder Muschelschalen oder durch Ausfällen aus kalkhaltigen, sauren Lösungen gewonnen. Es ist ein Mineralstoffpräparat, welches einer bedarfsgerechten Pferdeernährung dient.Das Pferd benötigt Calcium vor allem für den Aufbau des Knochens, aber auch für den Energiestoffwechsel und die Reizübertragung in die Muskulatur.

Natriumchlorid

Damit ist das umgangssprachliche Salz gemeint. Es sollte den Pferden in Form eines Salzecksteines angeboten werden, so dass sie ihren Bedarf selber decken können. Es ist außerdem in vielen Einzelfuttermitteln und Mineralfuttern bereits enthalten.