Weide-Spezial Teil 1: Was sind Fructane?

Fructane zählen zu der Gruppe der Kohlenhydrate, sind also langkettige Polysaccharide. Sie dienen Pflanzen als Energiespeicher und werden daher vor allem gebildet, wenn die Umgebungstemperatur ein Wachstum hemmt, aber große Mengen Energie durch Photosynthese gebildet werden. Dies ist bei starkem Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen der Fall. Fructane werden häufig auch gebildet, wenn große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bestehen. Diese Bedingungen herrschen vor allem im Frühjahr und Herbst. Der Speicherort für Fructane sind hauptsächlich die Pflanzenstengel, in den Blättern kommen sie seltener vor.

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Standorte mit hohen Fructangehalten haben folgende Merkmale:

Weiden mit hohem Weidelgras-Anteil

  • die Gräserzucht ist optimiert auf die Bedürfnisse der Rinderhaltung. Dort werden Futtermittel mit einem großen Anteil leicht verdaulicher Kohlenhydrate benötigt, um die nötige Energie zu liefern.
  • dies ist fatal für die Bedürfnisse des Pferdes. Auf Pferdeweiden werden eher energiearme Sorten benötigt, die einer übermäßigen Kohlenhydrat-Aufnahme vorbeugen.

Grasbestand mit niedrigem Blattanteil

  • Fructane werden vor allem in den Stängeln gespeichert. Setzt sich der Bestand vor allem aus blattarmen Pflanzen zusammen, kann sich das nachteilig auf die Fructangehalte auswirken.
  • abgemähte Weiden, bei denen die Blätter noch nicht wieder ausgebildet wurden, stellen eine potentielle Gefahrenquelle dar.

Kühle, aber sonnige Standorte

    • vor allem in höheren Lagen kommen diese Bedingungen vor, im Frühjahr oder Herbst sind jedoch die meisten Standorte in unseren Breitengraden betroffen

 

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