Vorteile Kraftfutter

Vorteile von Kraftfutter

Getreide

Die traditionelle Pferdefütterung beruht auf einer Ration aus Raufutter wie Heu oder Silage und Getreide. Bereits im Verlauf des 2. Jahrtausends vor Christus, als die Nutzung des Pferdes als Zug- und Lasttier intensiver wurde, machten sich frühe Hochkulturen über die bedarfsgerechte Fütterung Gedanken und werteten die Energieversorgung durch die Gabe von Getreide auf. Je nach Region wurde unterschiedliche Sorten verfüttert: Hafer, Gerste und Weizen zählten genauso zu den Futtermitteln wie Hirse im Orient. Sogar Erbsen fanden sich in einer üblichen Kraftfutterration.  Im mitteleuropäischen Raum hat sich im Laufe der Jahrhunderte der Hafer als das beliebteste Pferdefutter durchgesetzt. Aufgrund seiner Anspruchslosigkeit an die Wachstumsbedingungen und der günstigen ernährungsphysiologischen Eigenschaften eignete er sich hervorragend zur Fütterung der intensiv in der Landwirtschaft und im Krieg beanspruchten Pferde im Mittelalter. Dennoch wurden auch andere Getreidearten und verschiedene weitere Futtermittel eingesetzt, um die Arbeitstiere auch in kargen Jahren mit ausreichend Energie zu versorgen.

Eine reine Getreidefütterung, beispielsweise mit Gerste und Hafer, bietet vor allem wirtschaftliche Vorteile. Viele pferdehaltende Betriebe blicken auf einen landwirtschaftlichen Ursprung zurück und verfügen so über ausreichend Anbaufläche, um das benötigte Kraftfutter selbst zu produzieren. In Bezug auf die Energieversorgung bieten reine Getreiderationen ausreichend Potential, um die heutigen Reitpferde in der durchschnittlichen Beanspruchung gut zu versorgen.

Dabei ist zu beachten, dass vor allem Gerste und Mais in nicht aufgeschlossener Form Verdauungsprobleme hervorrufen können. Dies begründet sich in der Tatsache, dass die Verdaulichkeit der Stärkekörner im Dünndarm relativ gering ist. Werden also große Mengen dieser Getreidearten gefüttert, kann es zu einem hohen Eintrag an leicht verdaulichen Kohlenhydraten in den Dickdarm kommen. Dann wird die Mikroflora fehlversorgt und es kann zu fütterungsbedingten Krankheiten kommen.

Hafer bietet aufgrund seiner Spelzen großes Potential für einen hygienischen Qualitätsverlust. In den Spelzen können sich Keime oder Schädlinge sammeln, welche die Gesundheit des Pferdes beeinträchtigen können. Außerdem wird die Trocknung des geernteten Hafers durch die langen Spelzen verlangsamt, was eine Bildung von Schimmelpilzen begünstigen kann.

Auch auf eine ausreichende Mineralstoffversorgung ist zu achten. Genau wie bei der Gewinnung von Grundfutter spielt der Boden, auf dem angebaut wird, eine große Rolle. Defizitär enthaltene Mineralstoffe sind auch in der Futterpflanze nicht in ausreichendem Maß vorhanden und fehlen später bei der Versorgung des Pferdes. Deshalb empfiehlt es sich bei reinen Getreiderationen ein gutes Mineralfutter (z.B. Amofela Top Mineral) zuzufüttern.

Dennoch wird in vielen Ställen eine reine Getreideration angeboten. Vor allem aufgrund der einfachen Handhabung und der kostengünstigen Beschaffung und Lagerung ist reines Getreide das am meisten verbreitete Kraftfutter.

Pelletfutter

Die Entwicklung der Pferdehaltung beeinflusst auch das Fütterungsmanagement. In der Neuzeit wurden immer mehr Pferde außerhalb der Landwirtschaft gehalten, was eine Vereinfachung der Fütterung notwendig machte, da die Futtermittel über weite Strecken transportiert und dann auf begrenztem Platz gelagert werden mussten.

Durch die fortschreitende Rationalisierung wurde auch nach arbeitssparenden Fütterungssystemen gesucht. Durch die großen Kriege der letzten Jahrhunderte wurde diese Entwicklung weiter vorangetrieben. Um die Kriegspferde besser versorgen zu können, wurden die in England entwickelten Pferdebiscuits eingesetzt. Sie bestanden aus Getreideschrot, Erbsen sowie Leinsamen und konnten platzsparend am Sattel befestigt werden. Später wurden gepresste, 5 Kilogramm schwere Blöcke, bestehend aus Raufutter und verschiedenen Energiefuttermitteln als sogenannte „eiserne Reserve“ eingesetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Gedanke des konzentrierten Kraftfutters zu einer kommerziell umsetzbaren Produktion umgesetzt. Seitdem hat sich die Pelletfutterproduktion schnell weiterentwickelt und setzt hochentwickelte technische Verfahren ein. Nach einer Vorbehandlung mit Dampf und Wärme werden die zuvor zerkleinerten Rohstoffe durch eine sogenannte Matrize gepresst. Durch den hohen Druck wird das ursprüngliche Volumen um etwa zwei Drittel verkleinert. Durch die Lochgröße der Matrizen kann der Durchmesser der Pellets verändert werden.

Die Vorteile einer solchen Verarbeitung liegen auf der Hand:

Zum einen wird so ein Kraftfutter produziert, welches nur geringen Lagerplatz beansprucht. Durch die Verarbeitung wird außerdem die Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe deutlich verbessert und so optimal Verdauung unterstützt. Durch die Hitzebehandlung werden etwaige Keime abgetötet und so die hygienische Qualität erhöht.

Außerdem verlängert sich die Haltbarkeit des Produktes. Die Arbeitsschritte verdichten das Ausgangsmaterial und trocknen es bestmöglich aus, sodass nur eine geringe Restfeuchte vorliegt. Ohne Wasser aber entstehen auch kein Schimmel oder unerwünschte Gärprozesse. Der Pressdruck ist noch für ein weiteres Gütemerkmal verantwortlich: Qualitätspellets zeichnen sich durch einen geringen Abrieb und somit eine geringe Staubentwicklung aus. So wird bei der Fütterung die Lunge nicht belastet.

Ernährungsphysiologisch gesehen bieten alle Mischfutter die Möglichkeit, durch eine ergänzte Mineral- und Vitaminausstattung Pferde bedarfsgerecht und ohne Mängel zu versorgen. All dies findet sich zum Beispiel in unseren AMOFELA Pellets. Die Verarbeitung verhindert außerdem eine Entmischung, sodass alle Nährstoffe gleichmäßig aufgenommen werden.

Pellets stellen so eine wirtschaftliche Lösung dar, um allen Versorgungsansprüchen gerecht zu werden und gleichzeitig Vorteile wie einfache Handhabung und Dosierung in einen professionell geführten Pferdebetrieb einzuführen.

Müslifutter

Das Angebot an Müslifuttern ist fast unüberschaubar. Unter unzähligen Sorten kann man heute für jeden besonderen Bedarf einen Sack finden. Dabei ist es eigentlich wichtig, als Pferdebesitzer eine Entscheidung zu treffen: Was braucht mein Pferd wirklich?

Die Entwicklung von Müslifuttern liegt bereits mehrere Jahrzehnte zurück und gründete sich auch auf der technischen Weiterentwicklung in der Futterproduktion. Neue Mischverfahren und schonende Verarbeitungsweisen der Rohstoffe machte ein Produkt möglich, welches sich aus den unterschiedlichsten Komponenten zusammensetzt. In Müslifuttern sind Komponenten wie Pellets, Getreidekörner und Stängelanteile wie Luzernehäcksle enthalten. Diese verschiedenen Bestandteile haben alle differenzierte Ansprüche an eine Behandlung und machen die Verarbeitung so technisch anspruchsvoll und kostenintensiver.

Im Müsli können die Charaktereigenschaften der Ursprungsprodukte beibehalten werden. Die einzelnen Bestandteile sind leicht identifizierbar und so für jeden erkennbar. Besondere Vorteile bietet die Müsliproduktion in der Verarbeitung der Getreidebestandteile: unterschiedliche Aufschlussgrade, wie etwa die hydrothermische Behandlung, beeinflussen die Verdaulichkeit der behandelten Rohstoffe und somit die Aufnahmegeschwindigkeit in den Organismus. So hat gepoppter Mais eine doppelt so hohe Verdaulichkeit im Dünndarm wie das unbehandelte Korn. Verschiedene Aufschlussgrade finden sich beispielsweise im AMOFELA Power Müsli, was es besonders für Sportpferde und ältere Pferde interessant macht.

Auch der Zusatz von getrockneten Früchten, Ölsaaten oder Wirkstoffen wie Topinambur (AMOFELA ProSana Müsli) ist gut möglich und wertet so die Qualität des Müslis für eine anspruchsvolle Fütterung auf. Durch die Zugabe von Strukturanteilen wie Luzerne oder Weizenkleie wird die Kautätigkeit der Pferde im Vergleich zu anderen Kraftfuttern deutlich erhöht und trägt so zu einer optimalen Verdauung bei.

Bei guter Verarbeitung und durch die Zugabe von Melasse wird die Staubbelastung, die oft bei unbehandeltem Getreide vorliegt, deutlich verringert und beeinträchtigt so die Luftqualität während der Fütterung nicht.
Auch hier wird durch die Vitaminisierung und Mineralisierung der Mischung eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen gewährleistet.

Mit einem guten Müslifutter kann eine Ration somit sehr gut aufgewertet werden und macht es jedem Pferdebesitzer möglich, das eigene Pferd nah an der ursprünglichen Fütterung gut zu versorgen.